Selbsthilfe verdient Unterstützung - Fortbildungen für Selbsthilfegruppen
Zum festen Bestandteil der Angebote der Selbsthilfe-Kontaktstelle gehören seit 1998 die Fortbildungsveranstaltungen für Selbsthilfegruppen. Die Seminare regen an, die Arbeit in den Selbsthilfegruppen zu reflektieren, die eigene Rolle in der Selbsthilfegruppe deutlicher wahrzunehmen und neue Ideen für das alltägliche Gruppenleben zu erarbeiten. Immer stehen die Teilnehmer/-innen mit ihren persönlichen Erfahrungen, Fragen und Konflikten im Mittelpunkt der Seminare.
Zudem sind die Themen Internet, Pressearbeit und Geldbeschaffung Inhalte der Fortbildungen.
Das Fortbildungsprogramm ist ein Kooperationsprojekt mit der Volkshochschule Münster. Finanziell werden die Seminare durch die Stiftung Siverdes gefördert. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist in der Regel kostenlos.
Dies sind die Themen in diesem Jahr:
Hier finden Sie den Flyer (pdf | 322KB).
Freitag, 26. Februar 2010, 14 – 19 Uhr
Paritätisches Zentrum, Petra Karallus (Dipl.-Pädagogin, Supervisorin)
Immer wieder taucht in Selbsthilfegruppen das Bedürfnis nach Moderation oder Gruppenleitung auf. Häufig bei oder nach Gruppentreffen, in denen es keine klaren Ziele gibt, aneinander vorbei geredet wird, Teilnehmer gar nichts sagen, Konflikte zu eskalieren drohen und kein Ergebnis erreicht wird. Hier wäre der Einsatz eines Moderators hilfreich, der steuernd und lenkend eingreift.
Moderationstechniken, einzelne Moderationselemente, die Aufgaben eines Moderators und die Fähigkeit der Strukturierung eines Gruppenabends sind Gegenstände dieses Seminars. Neben dem Kennen lernen unterschiedlicher Modelle von Gruppenleitung und Moderation sollen die Teilnehmer sich auch mit der Rolle der Leitung auseinandersetzen, um zu überprüfen, inwieweit diese überhaupt erwünscht ist und in welcher Form sie zu der jeweiligen Person passt.
Mittwoch, 24. März 2010, 18 – 20 Uhr
Verein Bürgernetz, Verspoel 7/8, 48143 Münster
Was bietet das Internet den Selbsthilfegruppen? Zum einen Informationen und Kontakte, die sonst nur mühsam zu finden wären. Der Vortrag zeigt mit vielen praktischen Beispielen, wie Suchmaschinen (nicht nur Google) effektiv genutzt werden können und was es alles zum Thema Selbsthilfe im virtuellen Münster schon gibt. Zum anderen ermöglicht das Internet den Selbsthilfegruppen auf ihre Anliegen, Themen und Angebote aufmerksam zu machen und neue Mitglieder zu finden. Was gehört zu einer für die Selbsthilfegruppe erfolgreichen Website? Welche Arbeiten fallen an? Was muss im Hinblick auf die Zielgruppe und die Inhalte berücksichtigt werden? Der Referent zeigt die ersten Schritte auf dem Weg zu einer eigenen Homepage auf.
Freitag, 23. April 2010, 14 – 19 Uhr
Paritätisches Zentrum, Petra Karallus (Dipl.-Pädagogin, Supervisorin)
In der Selbsthilfegruppe treffen unterschiedlichste Menschen mit unterschiedlichsten Erwartungen aufeinander. Der eine möchte sich ausschließlich mit der eigenen Thematik beschäftigen und einen geselligen Abend mit Gleichgesinnten verbringen, ein anderer hat zugleich das Bedürfnis, eine breite Öffentlichkeit zu informieren oder durch Fachvorträge tiefer in die Materie einzusteigen. Hierüber muss in der Gruppe zur Vermeidung von Problemen ein Austausch stattfinden. Es besteht sonst die Gefahr, dass Gruppenmitglieder Erwartungen erfüllen möchten, von denen sie lediglich vermuten, dass andere sie haben. Hier gilt es Brücken zu bauen zwischen den eigenen, fremden, unerkannten und auch den von außen kommenden Wünschen und Vorstellungen. Die Klärung der Erwartungshaltung ist ein wesentlicher Faktor für das Gelingen des Miteinanders, für die Gestaltung der Gruppentreffen, für ein besseres Verständnis für die Gruppenmitglieder und letztendlich für eine befriedigende und erfolgreiche Arbeit.
Ziel des Seminars ist es, die unterschiedlichen Erwartungen und Rollenerwartungen zunächst näher zu beleuchten und dann Hilfen zu den Entscheidungen anzubieten, die zu erkennen helfen, welche Erwartungen ich überhaupt bereit bin zu erfüllen.
Freitag, 7. Mai 2010, 14 – 17 Uhr
Paritätisches Zentrum, Martina Houben (Dipl.-Pädagogin, Humorberaterin, Mediatorin)
Humor ist pure Lebensfreude, wenn wir lachen, sind wir zu Hause in der Welt.
In diesem Workshop werden wir dem Begriff Humor auf die Spur kommen. Wir werden die verschiedenen Facetten des Humors streifen und feststellen, dass Humor eine sehr wirksame und heilsame Medizin für die Gesundheit ist.
Humorvolle Menschen wirken nicht nur sympathisch, ihnen wird auch eine hohe soziale Kompetenz unterstellt.
Humorvolle Menschen sind mutig und schauen mit Zuversicht in die Zukunft – ein Zeichen seelischer Gesundheit.
Humorvolle Menschen sind beweglich im Kopf, weil sie unterschiedliche Perspektiven einnehmen können.
Humorvolle Menschen schaffen Distanz zu ihren Problemen und lassen sich nicht von Schwierigkeiten unterkriegen.
Der Sinn für Humor ist allen Menschen gegeben, doch leider geht uns diese wichtige Ressource auf unserem Lebensweg manchmal verloren.
In diesem Workshop werden Sie Beispiele und Anregungen bekommen, die Zugänge zu Ihrem persönlichen Humor wieder frei zu pusten und Heiterkeit und Lachen mehr Platz in Ihrem Leben zu gönnen.
Freitag, 11. Juni 2010, 14 – 17 Uhr
Paritätisches Zentrum, Stefan Bergmann (Münstersche Zeitung)
Selbsthilfegruppen brauchen Öffentlichkeitsarbeit und die lokalen Zeitungen sind wichtige Partner.
Wie sieht der Aufbau eines Textes aus?
Was gehört unbedingt in eine Pressemitteilung?
Welche Formulierungen kommen an?
In dieser Fortbildung steht die konkrete Arbeit am Text im Vordergrund.
Sie üben, Pressetexte zu schreiben und dabei schneller auf den Punkt zu kommen, Fehler zu vermeiden und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, damit Journalisten neugierig werden – auf Sie und Ihre Arbeit.
Freitag, 2. Juli 2010, 14 – 19 Uhr
Paritätisches Zentrum, Petra Karallus (Dipl.-Pädagogin, Supervisorin)
Konflikte entstehen in allen Bereichen unseres Lebens. Wenn Menschen miteinander in Kontakt treten, gehören Auseinandersetzungen zu unserem beruflichen und privaten Alltag. Dennoch empfinden wir Konflikte häufig als negativ und störend, als etwas, das Zeit, Kraft und Energie kostet. Hieraus entsteht die Neigung, Konflikten auszuweichen, nachzugeben, uns zurückzuziehen oder auch andersherum, den Konfliktpartner anzugreifen. Wenn jedoch Kämpfe an die Stelle von Austausch und Dialog treten, leidet zunehmend das Klima in einer Gruppe. Dabei können Konflikte aber auch etwas positives haben, wenn sie befreiend wirken, Veränderung bringen, vorwärts treiben und nach Lösungen drängen. Wer lernt, aktiv und konstruktiv mit Konflikten umzugehen, dem eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten im Umgang mit Kommunikation, Kooperation und Beziehung.
In diesem Seminar werden wir uns anhand von Praxisbeispielen mit den unterschiedlichen Konflikt- und Kommunikationsmechanismen auseinandersetzen, um dann Möglichkeiten einer konstruktiven Konflikthaltung zu entwickeln. Dabei bietet die Technik des Konfliktmanagements das Handwerkszeug dazu, Konflikte zukünftig konstruktiv, partnerschaftlich, produktiv und nachhaltig zu bewältigen.
Freitag, 10. September 2010, 14 – 17 Uhr
Paritätisches Zentrum, Winfried Theißen (Paritätische Geldberatung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW)
Geld spielt immer eine große Rolle. Nicht nur, wenn es um den Inhalt der eigenen Geldbörse geht. Auch Selbsthilfegruppen benötigen für die Durchführung ihrer Aktivitäten finanzielle Unterstützung. In Zeiten knapper werdender öffentlicher Gelder wird die Frage nach Mittelbeschaffung und Fundraising zunehmend bedeutender. Was bedeutet eigentlich Fundraising?
Welche Voraussetzungen müssen Selbsthilfegruppen für ein Fundraising erfüllen?
Was ist für eine erfolgreiche Mittelbeschaffung unbedingt zu beachten?
Diese und weitere Fragen werden im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.
Freitag, 1. Oktober 2010, 14 – 19 Uhr
Paritätisches Zentrum, Petra Karallus (Dipl.-Pädagogin, Supervisorin)
Bei der Gründung der Selbsthilfegruppe hatten wir Power, positive Energie und tausend Ideen. Heute plätschern unsere Treffen nur noch so vor sich hin. Man hat sich gemütlich eingerichtet, die Gruppe funktioniert, aber es gibt auch das Gefühl der häufigen Wiederholungen, des fehlenden Schwungs und der verloren gegangenen Lebendigkeit. Wie auch in anderen Bereichen ist es in der Selbsthilfegruppe manchmal sinnvoll, über eine Renovierung nachzudenken. Was von dem, was wir heute machen, passt noch zu uns, was sollten wir ausmisten? Wo brauchen wir einen frischen Anstrich, damit unsere Gruppe wieder attraktiver und moderner wird und durch die zeitgemäßere Darstellung besser geeignet ist, jüngere oder neue Gruppenmitglieder anzusprechen? Veränderungen haben immer auch mit Loslassen, dem Verlassen alter Wege und dem Mut zur Beschreitung neuer, unbekannter zu tun. Hier sollen sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützen und von ihren Erfahrungen berichten, da diese deutlich hilfreicher sind als sämtliche theoretischen Konzepte.
Ziel des Seminars ist es, nach eingehender Bestandsaufnahme zu überlegen, wo Veränderungen nötig und auch möglich sind und was die ersten Schritte sein könnten, um die Gruppe für alle Beteiligten und Außenstehende wieder attraktiver zu gestalten.